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Vorsorge- und Betreuungsvollmacht


Die Vorsorgevollmacht kann erteilt werden für Gesundheitsangelegenheiten, Vertretungen im Vermögensbereich, aber auch für sonstige persönliche Angelegenheiten.


Die Vorsorgevollmacht geht der gerichtlichen Bestellung eines Betreuers vor.

Sie können also mit der Erstellung einer Vorsorgevollmacht auch die Einsetzung eines Betreuers vermeiden, wenn der von Ihnen benannte Bevollmächtigte nicht letztlich zur Ausübung einer solchen Vollmacht aus persönlichen, gesundheitlichen oder sonstigen Gründen  außer Stande ist. Das Gericht wird nur dann den Bevollmächtigten durch einen Betreuer ersetzen, wenn berechtigte und ernsthafte Zweifel an der Befähigung des von Ihnen ausgewählten Bevollmächtigten bestehen.

Vorsorgevollmachten erlauben dem Bevollmächtigten, über Ihre Konten zu verfügen, Verträge abzuschließen, wie z.B. Verträge im Pflegebereich, bei mietvertraglichen Angelegenheiten u.v.m.

Unter Umständen ist über die Kündigung einer Wohnung zu entscheiden, eine geeignete Pflegeeinrichtung auszuwählen oder auch die häusliche Pflege zu organisieren.

Es ist wichtig, eine solche Vollmacht auch über den Eintritt des Todes hinaus zu erstrecken, weil gerade in diesem Fall wichtige Veranlassungen zu treffen sein werden. 

Wichtig ist aber auch, dass die Vollmacht sofort wirksam wird, wenn sie dem Vollmachtnehmer im Original vorliegt.

Vorsorgevollmachten unterliegen deshalb zu Ihrem Schutz der Schriftformerfordernis des § 1904 Abs. 5 BGB und sollten auch hinreichend konkret gefasst sein. So sollten sie auch die konkreten Gefahrensituationen benennen und eventuell damit verbundene Maßnahmen, damit Ihre Vorstellung deutlich wird, warum die Vollmacht erteilt wurde.

Ist die Vollmacht hier nicht konkret, wäre die Schutzfunktion des Schriftformerfordernisses unterlaufen. In einem solchen Fall müsste dann wegen inhaltlicher Mängel doch ein Betreuer bestellt werden.


Es empfiehlt sich, zusätzlich eine sogenannte Betreuungsvollmacht zu erstellen.

Dort können Sie eine Präferenz zugunsten eines bestimmten Betreuers hinterlegen, der nur in Ausnahmefällen nicht gefolgt wird, z.B. wenn die betreffende Person nicht verfügbar oder ungeeignet ist.