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Doppelresidenz - das Wechselmodell


..auch zwei Wohnungen können ein Zuhause sein !


Wollen Sie sich als Lebensgemeinschaft trennen und sorgen Sie sich um das Wohl Ihrer gemeinsamen Kinder? Sie haben von lang anhaltenden Streitigkeiten und Reibungen im Freundeskreis und Bekanntenkreis gehört?

Ihre beste Freundin ist alleinerziehend, beruflich im Aus und isoliert, wirtschaftlich in mehr als dürftigen Verhältnissen?

Ihre Nachbarin ist nach der "Kinderphase" nie wieder in den Beruf gekommen und jobbt geringfügig? Wie ungerecht,- alleinerziehend! 


Alleinerziehung ist ein großes Risiko für Armut, die Ihre Kinder teilen!


Aber neben all diesen wirtschaftlichen Aspekten, die ein Kinderleben auch recht schwierig machen können, gibt es entwicklungspsychologisch auch mehr gute Gründe, die Alleinerziehung zu vermeiden.

Für Kinder ist es eine Katastrophe, einen Elternteil im Alltag hergeben zu sollen und zerstört Vertrauen in die wichtigsten primären Bindungen.

Das prägt nicht nur die Kinderzeit, sondern auch oft das ganze Leben. Kinder können meistens auch nur weitergeben, was sie selbst erfahren haben. Wir sprechen auch von "generativer Transmission", die die Weitergabe von Fehlentwicklungen von Generation zu Generation beschreibt.


Wenn Sie Alleinerziehung vermeiden, an einer gemeinsamen Fürsorge und Verantwortung von Vater und Mutter festhalten wollen, weiter Ihren Kindern ermöglichen wollen, auch den Alltag mit beiden Elternteilen zu teilen, werden Sie selbst schon nach alternativen Möglichkeiten geschaut haben.


Wir wollen Sie aufmerksam machen auf das sogenannte Doppelresidenz-Modell und Sie ermutigen, einen Versuch zu starten.


Im Fall der Doppelresidenz hat das Kind bei beiden Eltern seinen gewöhnlichen Aufenthalt, beide Eltern tragen weiter gemeinsam Verantwortung in der finanziellen Ausgestaltung des Kinderlebens, aber auch in der Betreuung. Es wird nicht mehr entschieden, bei wem das Kind lebt. Es lebt weiterhin bei beiden Eltern und hat zu beiden Elternteilen einen nicht limitierten Zugang.

Natürlich findet dieses Modell seine Grenzen in einer großen Entfernung der Wohnorte. Aber in vielen Familien leben die Eltern gar nicht so weit auseinander. Es könnte auch im Doppelresidenz-Modell ein Grund liegen, darauf zu achten und möglichst zu zweit darauf hinzuarbeiten, räumlich bei einander zu bleiben.


Sicher werden Sie jetzt denken, dass in einem solchem Modell Kinder überfordert sind, denn wir alle wissen immer ganz genau, was Kinder brauchen: geregelte Ruhezeiten, einen großen Garten hinter dem Haus, Musikunterricht zur Förderung der Kreativität, Ballett, Sport, Nachhilfe...und...ja,ja beide Elternteile..generell..aber, ich weiß nicht, ob das für den Kindesvater in unserem Fall gilt, der war doch selber noch ein Kind..ich weiß nicht, ob das für die Kindesmutter in unserem Fall gilt, die war doch neurotisch...


Wir meinen, ein Kind braucht vor allem verlässliche Bindungen, das gute Gefühl, sich nicht zwischen Mama oder Papa entscheiden zu müssen, zu beiden loyal sein zu dürfen, auch wenn Papa kindisch ist oder Mama neurotisch. Es sind Vater und Mutter und es ist, wie es ist. Sie waren es, die sich diese Mutter/diesen Vater für Ihre Kinder ausgesucht haben.


Auch, wenn es schwer fällt: stellen Sie Ihr Kind in den Mittelpunkt der Überlegungen und prüfen Sie das Residenz-Modell für Ihren Fall.


Wir können heute schon auf Untersuchungen zurückgreifen, die die positive Wirkung belegen auf die Entwicklung der Kinder, aber auch für die Kommunikation der Eltern untereinander, die Wertschätzung im Umgang und Entlastung für das neue Leben der ehemaligen Partner. Es verhindert, dass Kinder instrumentalisiert werden können, in der Auseinandersetzung mit dem Ex-Partner. Auch zwei Wohnungen können ein Zuhause sein. 


Alleinerziehung ist ein Modell aus alter Zeit, dass kulturelle Leitbilder verteidigt, ohne einen wirklichen Vorteil darzustellen und sollte für Sie und Ihr Kind nach unserer Empfehlung möglichst keine Alternative sein. 


Literaturhinweis: Prof. Hildegund Sünderhauf, Universität Nürnberg


Wechselmodell-Psychologie-Recht-Praxis

Abwechselnde Kinderbetreuung durch Eltern nach Trennung und Scheidung

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