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Die neue Frau an Papas Seite......richtig machen geht nicht!


Die Rolle der "Stiefmutter" ist nicht unbedingt positiv besetzt und alles andere als leicht.


Sie besetzt gerade in den Augen der Kinder den Platz, von dem sie hofften, dass die leibliche Mutter ihn irgendwann wieder einnehmen würde. 

Ist sie um die Kinder besorgt und versucht, ihnen eine "gute Mutter" auf Zeit zu sein, empfinden die Kinder dies häufig als "Anmaßung" und lassen die neue Frau des Vaters fühlen, dass sie unerwünscht ist.

Nebenher ruft sie mit fürsorglichen Verhalten die Kindesmutter auf den Plan, die sich in einer plötzlichen Konkurrenzsituation sieht und sich um ihre Position als einzige Mutter sorgt.

Entwickelt sie darauf eine Abneigung gegen die neue Frau an der Seite ihres Ex-Mannes, wird sich das auf die Kinder übertragen, was zu einer noch deutlicheren Verschlechterung des Verhältnisses zu den Stiefkindern führt.

Bei ihrem Lebensgefährten und Kindesvater kann sie auf Unterstützung meistens nicht hoffen. 

Die Väter fürchten ihrerseits nichts mehr, als ihren Kindern gegenüber Forderungen an das Verhalten zu stellen, da sie darauf angewiesen sind, ihren Kindern eine schöne unbelastete und konfliktfreie Zeit zu bereiten, damit sie freiwillig und gern wiederkommen. (Sonntagsväter)

Mit der Kindesmutter wird er zurückhaltend verfahren, weil er weiß, dass eine Verärgerung ihrerseits schnell dazu führen kann, dass der Zugang zu den Kindern künftig sehr erschwert sein wird.

In der Analyse nennen wir dieses Phänomen Gate-Keeping. Die Mutter, bei der die Kinder meistens ihren täglichen Aufenthalt haben, ist dichter dran und verfügt faktisch über die besseren Möglichkeiten. 

Kümmert sich die Stiefmutter nicht oder ist im Umgang zurückhaltend, setzt sie sich der Kritik des Kindesvaters aus, sich nicht hinreichend auch um seine Kinder zu bemühen.   

Sie wird stets damit konfrontiert sein, dass der Kindesvater jede Forderung ihrerseits und sei sie noch so berechtigt, zurückweist mit dem Hinweis auf die aus seiner Sicht absolute Priorität der Kinder.

Die Kindesmutter ist in doppelter Weise herausgefordert, je nach dem, was zur Trennung der Eltern geführt hat. 

Ging die Trennung vom Kindesvater aus, beschäftigen sie möglicherweise lang zurückliegende Kränkungen, die sich mit dem neuen Ereignis schmerzhaft verbinden. In dieser Lage ist Selbstreflexion eine schwierige Angelegenheit. Inwieweit die Kinder dann vielleicht benutzt werden, um die eigene Position zu schützen oder auch eigene Wunden zu heilen, ist ihr kaum bewusst.

Die Devise ist oft "Schmerz" gegen "Schmerz", wie du mir, so ich dir, nur mit anderen Mitteln.  

Kinder "wissen" in der Regel sehr genau um die Befindlichkeiten der Elternteile und fühlen auch, wenn ein Teil sich noch nicht endgültig aus dem Beziehungsrahmen gelöst hat, was für Kinder Hoffnung bedeutet auf Wiederherstellung der elterlichen Paarbeziehung.  In einer solchen Situation einen neuen Partner vorzustellen, führt zu manchmal über Jahre schwelenden Konflikten, denen sich letztlich womöglich jemand entzieht: die Stiefmutter oder der Kontakt zwischen dem Vater und den Kindern bricht ab. 


Mediation bei der "Gründung" einer Patchworkfamilie 


Ist es beabsichtigt, die neue Lebensgefährtin vorzustellen und mit in die Familie einzubeziehen, entfaltet die Mediation im Vorbereich ihre eigentliche Kraft in der Konfliktvermeidung. 


Wir haben festgestellt, dass es oft eine Frage des gut gewählten Zeitpunktes ist, die ehemalige Kernfamilie mit einem neuen Partner zu konfrontieren und meinen, dass Männer dabei gelegentlich ungeschickter vorgehen als Frauen.

Oft nimmt die neue Freundin unvermittelt am Umgangswochenende teil, ohne das die leibliche Mutter Kenntnis davon hat.

Gelegentlich ist zu diesem Zeitpunkt noch keine emotionale Klarheit hergestellt, und der Schritt aus Undedachtheit wird vom anderen Teil als wenig rücksichtsvoll wahrgenommen.

Es wäre klug, auf den jeweiligen Entwicklungs-und Lösungsschritt des Ex-Partners zu schauen und auch die damit einhergehende Erwartungshaltung bei den Kindern.   

Nur Eltern, die sich einig sind über das Ende ihrer Partnerschaft, selbst akzeptiert haben,  können Kindern Wege öffnen, den Fakt ebenfalls zu akzeptieren und damit umzugehen.


Wenn man sich als Vater für die "Gründung" einer Patchworkfamilie entscheidet, ist die Auslotung der Lage in der getrennt lebenden Kernfamilie unseres Erachtens ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg. 

Die neue Frau an Papas Seite ist gut beraten, diese Klärung und das Einvernehmen abzuwarten, bevor sie in die Betreuung und Versorgung der Kinder einsteigt und der Teilnahme am Umgangswochenende zustimmt.