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Unser Thema ist Ihre Familie 

Unterhalt

Das Unterhaltsrecht ist ein Kernpunkt in der familienrechtlichen Auseinandersetzung.
Hier muss man grundsätzlich unterscheiden zwischen dem sogenannten "Trennungsunterhalt", dem "nachehelichen Ehegattenunterhalt" und dem "Kindesunterhalt".
Der Trennungsunterhalt wird stets etwas großzügiger berechnet, als der nacheheliche Ehegattenunterhalt.
Nach der Familienrechtsreform, geht der Gesetzgeber davon aus, dass sich nach der Scheidung einer Ehe die Partner selbst versorgen können.
Die Rechtsprechung geht deshalb davon aus, dass nach Beendigung des Trennungsjahres weitreichende Erwerbspflichten auch auf den bedürftigen Partner zukommen.
Das Trennungsjahr soll hier eine gewisse Schonfrist gewährleisten.
Deshalb ist es in den ersten zwölf Monaten dem bisher nicht erwerbstätigen Partner i.d. R. auch nicht zuzumuten, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen.
Allgemein gilt, dass mit Vollendung des dritten Lebensjahres des jüngsten Kindes eine Erwerbsverpflichtung auf jeden Fall nachehelich gegeben ist. Inwieweit diese dann auszudehnen ist, hängt mit den Gesamtumständen zusammen, insbesondere auch damit, wie alt die übrigen noch zu betreuenden Kinder sind, wie viel Kinder insgesamt zu betreuen sind und vieles mehr.
Gerade für Frauen ist es allerdings wichtig, sich jederzeit darüber im Klaren zu sein, dass das Ende der Ehe in der Regel auch die Versorgung beendet.
Gerade junge Frauen, die wegen der Erziehung von Kindern ihre Erwerbstätigkeit aufgeben, müssen sich vorher informieren, inwieweit eine Rückkehr in den erlernten Beruf nach der Kinderzeit möglich ist. Es haben sich hier enge Kontakte zu dem früheren Betrieb, auch während der Erziehungszeiten, als sehr positiv erwiesen.
Erwähnt werden soll auch, dass Kindererziehungszeiten auch genutzt werden können, um sich in seinem Beruf entsprechend fortzubilden oder zumindest am Puls der Zeit zu bleiben, damit die Kenntnisse nicht veralten.
In unserer fast 30-jährigen Praxis müssen wir leider sagen, dass manche junge Frau, die der Annahme war, dass ihre Ehe zu den ewig währenden gehört, von der Wirklichkeit sehr böse überrascht wurde. In der Regel sind diese Frauen dann auf Hilfe zum Lebensunterhalt durch die Gemeinden angewiesen. Dieser Umstand belastet die Betroffenen aus unserer Erfahrung stark.
Bitte prüfen Sie auch immer, inwieweit die wirtschaftlichen Möglichkeiten des potentiellen Kindesvaters und Ehemannes nach der Trennung noch ausreichen, um alle Unterhaltsbedarfe entsprechend sicherzustellen. In Zeiten, in denen es in manchen Bereichen nur entsprechende Niedriglöhne zu erwirtschaften gibt, ist dieser Umstand für viele Familien während der Trennung ein großes Problem. Auch die Kindesmutter sollte sich deshalb, allen Traditionen zum Trotz, rechtzeitig darum bemühen, zum Einkommen der Familie beizutragen, wenn die Rechnung ergibt, dass während der Trennung und bei doppelter Haushaltsführung das Einkommen des Partners nicht ausreicht.
Familie meint nicht Romantik, auch wenn wir alle das gern so betrachten wollen, sondern im Wesentlichen bedeutet Familie vor allem Versorgung.
Der Kindesunterhalt ist selbstverständlich so lange zu gewähren, bis ein Kind eine Ausbildung vollendet hat. Die Eltern schulden ihrem Kind zumindest eine berufungbefähigende Ausbildung, so lange das Kind in der gebotenen Sorgfalt seine Ausbildung nachdrücklich verfolgt. Dieses solidarische Verhalten verlangt der Gesetzgeber auch von einem Kind.
Da in der Zwischenzeit die Ausbildungszeiten sich weit nach hinten verschoben haben, berücksichtigen Sie bitte bei Ihrer Familienplanung und auch im Falle Ihrer Trennung den Umstand, dass Kinder heute bis weit über das Erreichen der Volljährigkeit mit 18 Jahren noch unterhaltsbedürftig und auch berechtigt sind.
Bis zum 18. Lebensjahr des Kindes wird der Barunterhalt durch den nichtbetreuenden Elternteil sichergestellt. Der Elternteil, bei dem die Kinder leben, erbringt in der Regel die Unterhaltsleistungen durch Betreuung.
Der durch Betreuung geleistete Unterhalt und der Barunterhalt sind vor den Augen des Gesetzgebers gleichwertig.
Neue Betreuungsformen wie z.B. das Wechselmodell führen zu neuen Bewertungen selbstverständlich auch im Hinblick auf den zu leistenden Unterhalt.
Minderjährige Kinder genießen besonderen Schutz. Es leuchtet ein, dass sie diesen Schutz auch verdienen, weil sie einfach nicht in der Lage sind, für sich selbst sorgen zu können.
Es wird vom barunterhaltspflichtigen Elternteil in der Regel erwartet, dass er zumindest den Mindestunterhalt für das Kind sicherstellt. Der Mindestunterhalt berechnet sich nach dem konkreten Alter des Kindes. Mit zunehmendem Alter erhöht sich selbstverständlich auch der Bedarf. Bis dieser Mindestunterhaltsbetrag erreicht ist, ist die Rechtsprechung mit unterhaltsverpflichteten Elternteilen besonders streng.
Es wird vom barunterhaltspflichtigen Elternteil in diesem Zusammenhang durchaus auch erwartet, dass er bis zu 48 Stunden wöchentlich einer Erwerbstätigkeit nachgeht. Wenn dies nicht in seinem Hauptberuf möglich ist, wird ihm insoweit auch ein Nebenjob  u. U. zugemutet.
Hier kommen wir an eine Stelle, wo deutlich wird, dass die geordnete und sachgerechte Argumentation von großer Bedeutung ist.
Bitte beachten Sie auch, dass auf Seiten des Barunterhaltspflichtigen eventuelle Korrekturen im Selbstbehalt vorgenommen werden, weil er z.B. in nichtehelicher Lebensgemeinschaft mit einem neuen Partner zusammen wohnt. Wir sprechen dann von "Synergieeffekten". Hier kann der Selbstbehalt nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs durchaus um 10 % gemindert werden. Gegenwärtig steht dem barunterhaltspflichtigen Elternteil ein Selbstbehalt nach den Leitlinien des Oberlandesgerichts Oldenburg, was für unseren Bezirk zuständig ist, i.H.v. 1.080 € bei Erwerbstätigkeit zu.
Oft erleben wir die Situation, dass ein Elternteil in der ehelichen Immobilie verbleibt, insoweit kommt auch ein Wohnvorteil für das betreffende Elternteil in Betracht.
Dieser ist insbesondere beim Ehegattenunterhalt zu berücksichtigen. Bei Kindern verzichtet man generell auf die Anrechnung eines Wohnvorteils.
Die Berechnung des Unterhaltes ist eine Einzelfallberechnung und berücksichtigt viele Umstände.
Nach unserer Erfahrung ist gerade die Unterhaltsberechnung zwischenzeitlich so kompliziert geworden, dass pauschale Lösungen aus dem Internet oftmals hier nicht wirklich weiterhelfen und nicht zu zutreffenden Ergebnissen führen.
Auch für den Juristen ist eine umfangreiche Kasuistik zu berücksichtigen, die fortlaufende Fortbildung notwendig macht, was ein Hinweis darauf sein soll, dass die Komplexität dieses Themas nicht zu unterschätzen ist. Hier können in der Berechnung viele Fehler gemacht werden, die für den Zahlenden oder bedürftigen Teil unter Umständen teurer sind, als eine fachlich qualifizierte anwaltliche Beratung.
Bei den minderjährigen Kindern kann bei den Jugendämtern eine sogenannte Erziehungs- und Unterhaltsbeistandschaft eingerichtet werden. In solchen Fällen kümmert sich der Landkreis um die Berechnung des Unterhaltes. Hierbei soll ausgeführt werden, dass die Erfahrungen als ambivalent zu bezeichnen sind.
Der Unterhaltsverpflichtete sollte sich stets darüber im Klaren sein, dass es sich bei der berechnenden Behörde nicht etwa um seinen Anwalt handelt, der aus Fairnessgründen ohnedies alle ihm zum Vorteil gereichenden Umstände automatisch berücksichtigt.
Der betreuende Elternteil, der in der Regel auf die Berechnung des Kindesunterhaltes angewiesen ist, sollte sich auch nicht immer darauf verlassen, dass die entsprechenden Behörden die Kindesinteressen mit der gleichen Ambitioniertheit wahrnehmen, die für einen Anwalt selbstverständlich sein sollte.
Bitte bedenken Sie auch, dass mit Vollendung des 18. Lebensjahres beide Elternteile barunterhaltspflichtig werden, auch wenn das Kind noch bei einem Elternteil im Haushalt lebt. Der Gesetzgeber geht davon aus, dass mit dem Eintritt der Volljährigkeit ein Betreuungsunterhalt nicht mehr erforderlich ist.
Mit dem 18. Lebensjahr werden in der Regel also die Karten neu gemischt und der Unterhalt ist neu zu berechnen. Beide Eltern schulden den Barunterhalt jeweils gemessen an ihren Einkünften.
Weiter ist im Unterhaltsrecht zu beachten, dass es auch sogenannte Sonderbedarfe gibt, die nicht vom allgemeinen Unterhalt erfasst sind.
Wir hoffen, es ist deutlich geworden, dass in Fragen des Unterhaltsrechtes die persönliche Beratung, die auch die Einzelheiten Ihres Falles berücksichtigt, nicht durch pauschale Auskünfte zu ersetzen sein wird.
Im Hinblick auf die anfallenden Kosten, sprechen Sie uns bitte gern an. In unserer Beratung wird eine erste Berechnung für Sie im Schriftwege gefertigt, sodass Sie in der Regel mit einer Beratungsgebühr entsprechend die Information erhalten, die Sie benötigen, um Ihren Unterhaltsanspruch mit Ihrem Partner zu erörtern.
Die anwaltliche Erstberatung mit Berechnung und schriftliche Erläuterung kostet bei uns 250 € zuzüglich Mehrwertsteuer, also insgesamt 297,50 €. Wir meinen, dass sich diese Investition rechnet.

Auf später eventuell anfallende Honorare für eine vielleicht notwendig werdende Vertretung ist diese Gebühr anzurechnen.